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11. April 2026

2. Hypoallergenes Auswaschen von Colorationen und Blondierungen

Ca. 64% der Haarfarben am salonprofessionellen Markt basieren auf PPT und PPT. Diese sind die sogenannten Primarintermediate (starke Sensibilisatoren):

  • PPD (p-Phenylenediamin)
  • PTD (p-Toluylendiamin)

Ebenso zählen dazu weitere Amin-Derivate (z. B. Aminophenole). Für den Applikationsvorgang von Haarfarben ergeben sich dabei nach aktuellem Stand folgende Sensibilisierungsschritte bezüglich Primarintermediate:

  • Auftragen: Im Grunde ist das Auftragen der Haarfarbe jene Phase des Färbevorgangs, der die die höchste Allergenexposition hat. Um die Kontamination (die Berührung mit der Kopfhaut zu vermeiden, sollte diese zuvor mit speziellen Emollienzien abgedeckt werden. Hierdurch entsteht eine Sperrschicht, die das Penetrieren (Eindringen) von Allergenen in die Haut inhibieren (zum Großteil vermeiden).
  • Einwirkzeit: Bezüglich der Einwirkzeit ist darauf zu achten, dass diese tatsächlich so lang wie nötig gehalten wird. Von der klassischen Vorgehensweise - eine Haarfarbe beispielsweise 30- 40 Minuten einwirken zu lassen - abzusehen: Hinsichtlich der Verträglichkeit ist es vielmehr so, dass wegorientiert über die Einwirkzeit stets beobachten sollte, ob das Farb-Ziel insbesondere als Funktion der Farbtiefe, Nuancierung und Deckkraft erreicht ist. Zeit ein Abstrich am Haar dies an mehreren Stellen an, kann bereits ausgewaschen werden, ohne dass die Einwirkzeit unnötig verlängert werden muss.
  • Problem Shampoo: 75% aller salonprofessionellen Shampoos enthalten SLS und/oder SLES. Dies sind ebenfalls Primarintermediate und stellen somit im gesamten Vorgang ein weiteres Allergierisiko dar. Beim Auswaschen wird im Allgemeinen zuerst die Haarfarbe ausemulgiert / ausgespült. Dies dient rein der Abtragung der Anwendungsmischung - eine Neutralisierung findet zu diesem Zeitpunkt nicht statt. Da das Ausemulgieren zwangsläufig die Kopfhaut mit einbezieht, werden regelrecht Allergene forciert in die Haut eingebracht. Zudem geschieht dies vor dem Absäuern/Neutralisieren und damit unter noch reaktiven Bedingungen pro Allergen: Ein alkalischer pH-Wert sowie eine tensidische Umgebung von SLES bzw. SLS fordert deutlich das Penetrationsverhalten in die Haut sowie die Reaktivität von Allergenen. Haarfarben enthalten bereits Tenside und sind selbst-emulgierend. Nach dem - meist mit erheblichem Tensid-Anteil. Zwar wird durch das Shampoo bereits eine Neutralisation durchgeführt - jedoch ist der hohe Tensid-Anteil dafür verantwortlich, dass auch zu diesem Zeitpunkt eine Penetration von Allergenen in die Haut forciert wird. Erst nach dem Waschen folgt die eigentliche Neutralisation und Konditionierung von der Haut und des Haares durch einen Conditioner.

Hypoallergenes Auswaschen sieht dagegen vor Spezialshampoo oder Spezialschaum direkt auf die Anwendungsmischung zu gehen, die insbesondere sauer eingestellt sind und gleichsam bereits hinreichend Pflegekomponenten enthalten, die eine Konditionierung von Haut und Haar bereits während dieses Vorhangs gewähren. Nachdem hinreichend Shampoo oder Schaum auf der Anwendungsmischung am Haar abgelegt wurde, wird alles sanft und gleichsam gründlich aufemulgiert. Es kommt bereits jetzt zu einer Neutralisation, so dass die Hautbarriere bereits ab diesem Zeitpunkt - zu Beginn des Auswaschens - wieder aufgebaut wird und die Penetration von Allergenen bereits jetzt gehemmt wird.

Nach diesem gründlichen Ausemulgieren mit den bezeichneten Spezialpräparaten ist KEIN weiterer Pflegeschritt zwingend erforderlich. Das Haar kann direkt weiterverarbeitet werden (z.B. Schneiden, Föhnen), ohne dass ein weiteres Conditioning erforderlich ist. Dies ist im Grunde ein wichtiger Punk hypoallergener Arbeitsweisen: Mit möglichst weniger Produkten möglichst viel Effekte zu erzielen.

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